Huayna Potosi und Copacabana
- danielhessbolivien
- 24. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Vergangene Woche war nochmal ein Urlaub fällig, den ich eigentlich schon sehr lange machen wollte: den Wallfahrtsort Copacabana zu besuchen. Zweimal hatte ich es schon absagen müssen aufgrund von Straßenblockaden. Jetzt habe ich es aber endlich gemacht, indem ich es ausgenutzt habe, dass ich sowieso schon in La Paz war. Denn zusammen mit meinem Kollegen Daniel und einem weiteren Freiwilligen bin ich auf den Huayna Potosi hinaufgestiegen: 6088 Meter Höhe!
Entsprechend der Chronologie fange ich mit dem Huayna Potosi an. Freitag Vormittag wurden wir mit dem Auto des Reisebüros mit unserem Guide zum Fuß des Berges gefahren - was aber auch schon auf 4700 Metern Höhe lag. Nach einem frühen Mittagessen ging es dann in voller Montur zu einem nur 200 Meter höher gelegenen Gletscher. Auf diese Weise konnten wir uns langsam an die Höhe gewöhnen. Dort übten wir verschiedene Gangarten auf dem Eis. Und als spielerischer Abschluss versuchten wir noch, an der Seite des Gletschers hinaufzuklettern. Leider muss man das jetzt noch ausnutzen, denn in ca. 12 Jahren könnte der Gletscher schon nicht mehr existieren. Danach kehrten wir in unser Camp zurück, wo wir früh schlafen gingen.

Am zweiten Tag stiegen wir dann nach dem erneut frühen Mittagessen in das zweite, 500 Meter höher gelegene Camp auf. Der Aufstieg war ziemlich anstrengend, weil wir auch unser gesamtes Gepäck für den letzten Tag mitnehmen mussten. Die Rucksäcke waren über 10 Kilo schwer! Und dann kommt der Aufstieg dazu: nach einer anfangs sehr entspannten Phase verlief der Weg nur noch über Treppenstufen, die in einem riesigen Geröllhaufen angelegt worden waren. Entsprechend kamen wir sehr erschöpft im neuen Camp an und legten uns schon gegen 5 Uhr schlafen.


Dies war nötig, da wir am dritten Tag schon um Mitternacht aufstanden. Das Fertigmachen dauerte leider etwas länger als gewollt, aber um 1:30 ging es dann endlich los. Diesmal mussten wir zum Glück kaum Gepäck mitnehmen, nur eine noch wärmere Jacke, Wasser und Snacks. Der Aufstieg war aber auch so anstrengend genug. Es waren zwar nur noch gut 900 Meter, doch ich musste alle halbe Stunde eine kleine Pause einlegen, weil meine Beine so erschöpft waren. Woran lag es? Die Höhe habe ich ziemlich gut vertragen, ich weder Atemprobleme noch Kopfschmerzen. Vielleicht waren sie noch müde vom letzten Tag. Oder ich war an diesem Tag generell nicht so fit. Trotzdem haben wir es durchgezogen und sind pünktlich zu der Uhrzeit, die wir wollten, am Gipfel angekommen: der Sonnenaufgang! Die Bilder können ihn leider nicht gut wiedergeben, aber er war sehr schön anzusehen!


Der Abstieg ging dann wesentlich schneller: Aufstieg ca. 5 Stunden, Abstieg ca. 2 Stunden. Während dem Abstieg habe ich ein paar Fotos gemacht, denn davor war natürlich alles dunkel gewesen. Im Camp bereiteten uns unsere Guides eine Suppe vor und nach einer Stunde ging es auch schon weiter zum unteren Camp. Meine Beine haben sich aber erstaunlich schnell erholt, sodass das kein Problem mehr war, auch nicht mit dem schweren Rucksack. Im unteren Camp warteten wir eine kleine Weile auf das Auto und dann ging es auch schon wieder nach La Paz zurück, wo wir wie geplant um 13 Uhr ankamen. Was man alles bis zum Mittag machen kann!
An diesem Nachmittag erst entschied ich abschließend, am nächsten Tag nach Copacabana zu fahren. Es handelt sich um den wichtigsten Wallfahrtsort von Bolivien und Peru und deshalb wollte ich unbedingt in diesem Jahr dorthin gehen. Montag Mittag nahm ich einen Bus und war gegen vier Uhr Nachmittag dort. Doch auch schon während der Fahrt konnte ich lange Zeit den Titicacasee bewundern, an dem Copacabana liegt und an dessen kleinerem Teil wir zwei Stunden lang entlangfuhren.

Der Titicacasee ist ca. 15,5 mal so groß wie der Bodensee. Damit ist er der größte Süßwassersee Südamerikas und auch der 18-größte natürliche See weltweit. Dazu kommt, dass er auf einer Höhe von ca. 3800 Metern liegt! Außerdem hat er eine wunderschöne Farbe und ist einfach beeindruckend. Am ersten Nachmittag in Copacabana stieg ich auf den Calvarienberg hinauf und genoss von dort aus den Blick auf den See. Am zweiten Tag machte ich eine Bootsfahrt zur Mondinsel und zur Sonneninsel. Dort konnten wir einige alte Inkaruinen sehen. In dieser Zeit existierte der See noch gar nicht bzw. war wohl sehr viel kleiner. Jedenfalls sind von den ursprünglich 1000 Treppenstufen hinauf zur "Quelle der ewigen Jugend" auf der Sonneninsel nur ca. 200 nicht vom Wasser bedeckt. Leider blieb aber nur wenig Zeit auf den beiden Inseln, die meiste Zeit waren wir auf dem See unterwegs.

Davon abgesehen verbrachte ich natürlich auch viel Zeit beim Beten in der Wallfahrtsbasilika vor der Virgen de Copacabana. Am dritten Tag stieg ich dann noch auf einen anderen kleinen Berg bei Copacabana hinauf, wo ein Steinbogen aus der Inkazeit existiert, der als Sonnenuhr diente. Vor allem aber hatte ich erneut einen sehr schönen Ausblick auf Copacabana und den Titicacasee. Danach musste ich leider bereits den Rückweg antreten. Aber die Bilder bleiben!






Wirklich beeindruckende Bilder! Schön, dass du noch viele Ausflüge machst, damit dir die Länder noch ganz lange in Erinnerung bleiben! Und die Landschaft ist ja auch sehr abwechslungsreich!🙂