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Letzter Urlaub: Amazonien

Ein letztes Mal ging es für mich nochmal in den Urlaub. Es war wieder eine neue Gegend, nämlich Amazonien. Keine Sorge, das ist noch kein Regenwald! Aber es war bereits deutlich tropischer als ich es in Coroico gewöhnt bin. Zusammen mit meinem Kollegen Daniel und zwei anderen deutschen Freiwilligen, die ich von unserem Zwischenseminar in Santa Cruz kenne, habe ich zuerst zwei Tage in der "Pampa" und dann drei Tage in der "Selva" verbracht.


Zuerst also die Pampa. So wird jedenfalls dieser Teil genannt, auch wenn uns unser Guide erklärte, dass der Name eigentlich falsch ist: Pampa ist eine Gegend, wo kaum mehr Bäume wachsen. Damit waren wir also noch in einer Savanne, denn entlang des Flusses, auf dem wir im Boot entlangfuhren, gab es jede Menge Bäume und große Büsche. Ich vermute aber, dass das nur ein recht dünner Streifen entlang des Flusses war. Trotzdem ist es genug, um vielen Tieren einen Lebensraum zu bieten: neben diversen Vögeln und Schildkröten haben wir auch einige Affen gesehen. Besonders die Totenkopfäffchen haben mir sehr gefallen! Unser Guide konnte ihre Laute täuschend echt nachmachen und dann kamen sie neugierig aus den Büschen hervor und beobachteten uns. Zweimal kam sogar einer aufs Boot!

Daneben haben wir aber auch noch seltenere Tiere gesehen: neben einigen Kaimanen haben wir einmal auch eine Familie Capibara gesehen. Wir sind mit dem Boot bis auf 4-5 Meter an sie herangeschwommen! Das Highlight waren aber die Flussdelfine: der Guide meinte am Vorabend, dass wir mit etwas Glück vielleicht einen oder zwei sehen. Bei diesem Maßstab war es also wohl eher ein Wunder, denn wir haben ziemlich viele während der Fahrt gesehen! An einer sicheren Stelle sind wir dann auch nahe den Delfinen ins Wasser gegangen. Sechs Delfine waren nur wenige Meter von uns entfernt, während wir dort im Fluss geschwommen sind!

Danach ging es weiter in die "Selva". Erneut ist der Name eigentlich falsch, denn er bedeutet "Regenwald". Es war aber weiterhin ein bosque, ein Wald, der vielleicht etwas mehr tropische Pflanzen hatte als an anderen Orten. Hier konnten wir deutlich weniger Tiere sehen, weshalb mir die Pampa insgesamt besser gefallen hat. Dafür gab es andere Aktivitäten: wir waren bereits am Abend des zweiten Pampatages in unser neues Quartier gefahren und machten dort einen kleinen Nachtspaziergang. Am nächsten Morgen bereiteten wir uns für das Frühstück unsere eigene Kakaocreme frisch zu! Danach zeigte uns der Guide die entsprechenden Kakaobäume, die direkt am Rand des Quartiers gepflanzt waren.

Am Vormittag ging es dann weiter mit Kokosnüssen, die wir selbst ernteten, öffneten und danach natürlich die Milch gleich tranken. Das Ernten war das schwerste: die Palme dürfte über 10 Meter hoch gewesen sein und wir mussten die Nüsse mit einem ebensolangen Stab herunterstoßen. Danach besuchten wir kurz eine indigene Gemeinde dort in der Nähe, vor allem aber einen dort ansässigen Guide, bei dem wir nach der traditionellen Methode Caña herstellten. Das ist ein Saft, der aus Zuckerrohr gewonnen wird. Zwischen drei großen Holzzylindern wird das Zuckerrohr einfach ausgepresst.

Danach verließen wir dieses Quartier und fuhren mit dem Boot weiter in ein anderes, das noch tiefer im Wald drin liegt. Dort genossen wir den restlichen Tag mit Baden und einem Lagerfeuer. Am nächsten Tag waren dann zwei Spaziergänge durch den Wald angesagt. Neben diversen exotischen Pflanzen gab es vor allem ein Highlight: Papageien! Wir beobachteten sie zuerst von einem alten Beobachtungsturm aus und stiegen dann auf den Felsen oberhalb von ihren Nistplätzen hinauf!

Am letzten Tag gab es noch zwei Aktivitäten: zuerst betätigten wir uns künstlerisch und stellten Ringe aus Nüssen her. Nachdem wir das Innere entfernt hatten, war die Hauptarbeit das Schleifen der Außenseite: grobes Schleifpapier, feines Schleifpapier, Sand und zuletzt Asche. Ich hätte nicht gedacht, dass der Ring danach so sehr glänzen würde! Ich betone: es ist nichts gemalt, 100 % geschliffen!

Als letztes machten wir auf der Rückfahrt einen Zwischenstopp bei einem sehr schmalen Canyon, den der Bach sehr schön ausgewaschen hatte.

Der einzige Störfaktor waren neben recht warmen Temperaturen die Mücken. Man kann sich nicht komplett vor ihnen schützen. Aber es ist niemand krank geworden. Und die Reise hat sich definitiv gelohnt!

 
 
 

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